no limits
INTERNATIONAL ERFOLGREICH DURCH INNOVATIVES DENKEN
27.06.2018

„no limits“ – das war der 6. Zukunftstag der steirischen Wirtschaft

Manchmal gilt es Grenzen zu überwinden, um erfolgreich zu sein. Wie steirische Unternehmen Grenzen im Denken und Handeln überwinden und welche Herausforderungen sich dabei im Zusammenhang mit aktuellen Entwicklungen wie der Digitalisierung ergeben, stand im Mittelpunkt des sechsten Zukunftstages der steirischen Wirtschaft, der mit mehr als 1.000 Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Sport im Messe Congress Graz stattgefunden hat.

„Grenzen wirken manchmal unüberwindbar. Für viele sind sie aber Ansporn und Motivation, scheinbar Unmögliches möglich zu machen. Der steirische Erfindergeist und unsere pionierhaften Unternehmen machen uns zu einer der innovativsten Regionen Europas und sichern Arbeitsplätze und Lebensqualität“, so Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl bei der Eröffnung.

„no limits“
Unter dem Motto „no limits“ ging der Zukunftstag 2018 der Frage nach, wie sich unternehmerische Ziele und innovatives Denken verbinden lassen, um so bisherige Grenzen überwinden zu können. Was können wir erreichen? Wo sind unsere Grenzen? Was braucht es, um diese Grenzen zu überwinden? Antworten auf diese Fragen und persönliche Einblicke im Hinblick auf Grenzen gaben der deutsche Philosoph, Publizist und Autor Richard David Precht, KTM-Chef Stefan Pierer, die Geschäftsführerinnen des Grazer Start-ups „Qualizyme Diagnostics“, Eva Sigl und Andrea Heinzle, der aktuelle Rallye-Dakar-Sieger Matthias Walkner und Extremradsportler Christoph Strasser, der Ende Juni zum fünften Mal das Race Across America gewonnen hat.

Die zweite große Revolution
In seinem Eröffnungsvortrag betonte Precht, dass die Digitalisierung die größten Veränderungen seit der ersten industriellen Revolution bringe. Aus diesem Grund müsse sich die Gesellschaft jetzt auf die Arbeits- und Lebenswelt der Zukunft einstellen. „Die Digitalisierung bringt eine enorme Steigerung der Produktivität. Mit dieser Produktivitätssteigerung muss auch eine Steigerung der Kaufkraft einhergehen“, so Precht, der vor allem für einen Wandel des Sozialstaates und des bestehenden Bildungssystems plädierte: „Der Sozialstaat muss neu erfunden werden. Wir müssen die Grenze überwinden zu glauben, dass die heutigen sozialen Sicherungssysteme in Zukunft funktionieren!“  Auch das Bildungssystem müsse radikal umgebaut werden: „Wir können Kinder nicht für eine Gesellschaft ausbilden, die es nicht mehr gibt, wenn sie die Schule beenden. Die Selbstbefähigung jedes Kindes muss in den Mittelpunkt der Schulbildung gerückt werden“, so Precht. Aus seiner Sicht braucht es den Druck aus der Wirtschaft, um diese Änderungen jetzt zu erwirken.

Versuch und Irrtum
Stefan Pierer, der KTM zur weltweit bekannten Marke gemacht hat, gab Einblicke in seine Erfahrungen mit unternehmerischen Grenzen und deren Überwindung: „Versuch und Irrtum ist Unternehmertum. Mit Abwarten kann man keine Grenzen überwinden. Man muss sofort reagieren und Erfahrungen machen, aus denen man dann Sicherheit bekommt“, so Pierer.

Eva Sigl und Andrea Heinzle haben einen Schnelltest zur Erkennung von Wundinfektionen entwickelt und die Qualizyme Diagnostics GmbH gegründet. Das Unternehmen, eine Ausgründung aus der TU Graz, ist seit 2014 am Zentrum für Wissens und Technologietransfer in der Medizin (ZWT) angesiedelt. Die beiden Geschäftsführerinnen berichteten über Herausforderungen in der Start-up-Phase. „Wir sind an eine Vielzahl von Grenzen gestoßen, haben die meisten aber nicht als solche erkannt, sondern als Herausforderungen, die wir meistern wollen“, so Sigl und Heinzle. Der Schritt in die Selbständigkeit sei auch aus privaten Gründen erfolgt, berichteten die beiden Mütter: „Wir haben das bewusst gemacht, um Beruf und Familienleben besser vereinbaren zu können und die Grenzen zwischen beiden Bereichen leichter verschwinden lassen zu können!“

Zukunftslabor
Der Nachmittag des Zukunftstages stand im Zeichen erfolgreicher Grenzüberschreitungen steirischer Unternehmen. Im „Zukunftslabor“ wurden herausragende Produkte, Dienstleistungen, Verfahren und Technologien von steirischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Rahmen einer Ausstellung präsentiert.

Die ausgestellten Objekte und präsentierten Erfolgsgeschichten reichten von Naturpräparaten über Flugsimulatoren bis hin zum akustischen Tunnelwarnsystem. Die Liste der Austeller liest sich das Who‘s who erfolgreicher steirischer Unternehmen, darunter AT&S, AXIS, HAGE Sondermaschinenbau, Tenz und VITEO. Die steirischen Cluster und Netzwerke gaben auf der Bühne Brancheninputs und gaben Einblicke in ihre Arbeit. Die Präsentationen belegten eindrucksvoll, dass die Steiermark zukunftsfit ist und eine zentrale Region Europas sein wird, wenn es um international erfolgreiches Wirtschaften durch innovatives Denken geht.

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